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Verzahnung der Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, betont: „Gesundheitliche Probleme sind häufig eine Hürde für die erfolgreiche Integration in Arbeit. Zugleich wissen wir, dass Arbeitslosigkeit selbst zu einer gesundheitlichen Belastung für die Menschen werden kann."

Das Jobcenter Kreis Wesel beteiligt sich deshalb seit Mitte 2019 an dem Modellprojekt „Verzahnung der Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt". Ziel ist es die gesundheitliche Situation von arbeitslosen Menschen zu verbessern.

Arbeitslose Menschen sollen für die Teilnahme an Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen der Krankenkassen gewonnen werden. Zeitgleich soll abgeklärt werden, welche Präventionsangebote für die Menschen im Kreis Wesel benötigt werden. Dies soll beginnend ab Anfang 2020 an den Standorten Dinslaken und Wesel erfolgen.

Zielsetzung

Die Arbeitsmarktfähigkeit von Kundinnen und Kunden mit gesundheitlichen Einschränkungen (unklare Einschränkungen oder bereits durch Ärztliche Gutachten / Psychologische Gutachten festgestellte tatsächliche Einschränkungen) soll zunächst abgeklärt werden. Hierbei sollen unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen und der vorhandenen Handlungsbedarfe belastbare Aussagen getroffen werden, inwieweit das Leistungspotential der einzelnen Teilnehmenden für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ausreicht (gegebenenfalls Teilzeit-Einschränkung o.ä.) und ob eine berufliche Rehabilitation erforderlich ist. Des Weiteren soll eine berufliche Erstorientierung erfolgen welche Tätigkeiten der Kundin oder dem Kunden noch möglich sind. Zur Stabilisierung der gesundheitlichen Situation ist die Teilnahme an geeigneten Präventionsmaßnahmen zu überprüfen und den Bedarf im Kreis Wesel festzustellen.

Maßnahmenausschreibung

Rahmenbedingungen:

  1. Ab Januar 2020, Laufzeit 6 Monate, 12 Teilnehmende
  2. Teilnahme bis zu 4 Wochen, 15 Stunden / wöchentlich, flexibel verteilt
  3. Gruppen- und Einzelgespräche
  4. Personenkreis:
  • Neukundinnen und Neukunden mit gesundheitlichen Einschränkungen
  • Kundinnen und Kunden, bei denen ein ärztliches Gutachten eingeleitet wird
  • Reha Kundinnen und Kunden der Bundesagentur für Arbeit
  • Kundinnen und Kunden mit vorhandenem Gutachten, aber ohne berufliche Perspektive

Inhalte

  1. Überprüfung der Notwendigkeit hinsichtlich der Einleitung eines ärztlichen Gutachtens durch den ärztlichen Dienst bzw. den berufspsychologischen Dienst der Agentur für Arbeit Wesel zur Überprüfung der Erwerbsfähigkeit im Einzelfall.
  2. Abklärung der beruflichen Interessen sowie berufliche Orientierung unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen
  3. Abklärung von Ausdauer, Konzentration und Kontaktfähigkeit
  4. Information über medizinische und berufliche REHA, kommunale Hilfeprodukte, weitere Leistungen anderer Sozialleistungsträger (insbesondere Krankenkassen und Rententräger)
  5. Modul Gesundheit (3 bis 8 Stunden):
  • Vermittlung von Basiswissen zu Ursache und Wirkungszusammenhängen zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit
  • Reflexion des Gesundheitsverhaltens
  • Informationen zu Präventions- und Gesundheitsförderangebote der gesetzlichen Krankenkassen und Motivation zur freiwilligen Teilnahme (kann teilweise als Gruppeninformation erfolgen)
  • Klärung des Bedarfs, welcher Präventionskurs benötigt wird
  • Informationen über Präventionskurse, die im Rahmen des Modellprojekts Gesundheit eingerichtet wurden

Personal beim Träger

  • Sozialpädagoge
  • Psychologe
  • Arbeitsmediziner

Kontakt

Falls Sie Interesse an der Durchführung dieser Maßnahme haben, da Sie bereits eine ähnliche Maßnahme durchführen oder kurzfristig ein entsprechendes Konzept entwickeln können, steht Ihnen bis zum 21. November 2019 für weitere Informationen als Ansprechpartnerin Frau Kornelia Zippel unter der Rufnummer 02064 4370 144 zur Verfügung.